Ein Mythos erwacht zu neuem Leben - die Hopfensorte ROTTENBURGER

Rottenburger Hopfen

In den letzten Jahren kamen immer mehr neue Hopfensorten auf den Markt.

Doch unsere aus jahrhundertelanger Auslese entstandenen hochfeinen Aromahopfen finden im sich immer schneller drehenden Hopfenkarussell, ebenso wieder mehr und mehr Anerkennung. Eigentlich sind diese alten Landsorten die ersten Flavour-Hopfen, will man diesen inzwischen beliebten Terminus benutzen.

Als vor ca. 30 Jahren die Hopfenwelt das Augenmerk vor allem auf den Gehalt an Alphasäure richtete, musste so manche alte Hopfensorte im wahrsten Sinne des Wortes das "Feld räumen" und einige sind gar völlig ausgestorben. Und so musste auch auf unserem Betrieb Ende der 70er Jahre die Sorte Rottenburger einer Neupflanzung weichen.

Nur eine einzige widerspenstige, zähe Pflanze am Ende einer Spitzreihe hat klammheimlich überlebt und man ließ sie aus Nostalgie dort weiterhin wachsen.

Seit der Hopfen in der ganzen Vielfalt seiner Ausprägungen wieder den Stellenwert bekommt, den er eigentlich schon immer verdient hatte, reifte in uns langsam die Idee, diese alte, vergessene Sorte wiederzubeleben.

Aus den Sortenlisten war sie längst verschwunden und auch gaschromatographische Analysen waren damals im Hopfenbau noch nicht Standard. Übrig war nur eine alte Sortenbeschreibung in der die Sorte Rottenburger beschrieben wurde. Ursprünglich angebaut wurde er im längst aufgegebenen Hopfenbaugebiet Rottenburg-Herrenberg-Weil der Stadt.

In Zusammenarbeit mit dem Hopfenversuchsfeld Tettnang-Strass und dem Landwirtschaftsamt Friedrichshafen begaben wir uns also auf den mühsamen Weg dieser Sorte neues Leben einzuhauchen. Da kaum mehr Unterlagen zu finden waren musste der Rottenburger also neu in die Sortenlisten aufgenommen werden und es war der Nachweis zu führen, dass es sich tatsächlich um die alten Sorte Rottenburger handelt.

2014 war es dann soweit und der Rottenburger ist zurückgekehrt.

Im Frühjahr haben wir dafür in einem neu angelegten Hopfengarten, die aus dem letzten verbliebenen Stock mühsam vermehrten Pflanzen eingelegt - und dem Rottenburger scheint unsere Standortwahl zu gefallen. Eine erste nennenswerte Ernte steht also in wenigen Tagen an.

Beschrieben wird der Rottenburger übrigens als fein, blumig, mild und beinahe süsslich - aber bilden Sie sich Ihre eigene Meinung! Im Gegensatz zum Tettnanger oder Hallertauer beinhaltet er auch kein Farnesen. Der Alphagehalt ist wie für alte Landsorten üblich, eher niedrig bei ca. 2,5-3,5%.

Sollten Sie Interesse haben als eine der ersten Brauereien wieder mit Rottenburger zu brauen, kontaktieren Sie uns unter kontakt@locher-hopfen.de.

buch1 buch2 buch3 buch4